Ich leide unter Angststörungen – EMDR als wirksame Therapieform

EMDR ist eine psychotherapeutische Methode, die ursprünglich zur Behandlung von posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) entwickelt wurde. Heute wird EMDR auch bei Angststörungen, Depressionen, chronischen Schmerzen und anderen psychischen Belastungen erfolgreich eingesetzt. Die Methode basiert auf bilateraler Stimulation, meist durch geführte Augenbewegungen, manchmal auch durch Töne oder Berührungen. Ziel ist es, belastende Erinnerungen neu zu verarbeiten und die emotionale Belastung zu reduzieren.

Wie wirkt EMDR? – Die Wirkung aus verhaltenstherapeutischer Sicht

Aus Sicht der Verhaltenstherapie ist EMDR besonders spannend, weil es auf mehreren Ebenen wirkt:

  • Desensibilisierung: Die emotionale Intensität belastender Erinnerungen nimmt ab. Viele Patient:innen berichten schon nach wenigen Sitzungen von einer deutlichen Erleichterung.
  • Kognitive Umstrukturierung: Negative Glaubenssätze wie „Ich bin hilflos“ werden durch positive, hilfreiche Gedanken ersetzt.
  • Integration: Traumatische Erinnerungen werden als Teil der eigenen Lebensgeschichte akzeptiert, ohne das aktuelle Leben zu beeinträchtigen.

Die bilaterale Stimulation aktiviert beide Gehirnhälften und unterstützt so die Verarbeitung von Erinnerungen, ähnlich wie im REM-Schlaf. Dadurch werden neuronale Blockaden gelöst und neue Verknüpfungen geschaffen.

Ablauf einer EMDR-Sitzung

Eine EMDR-Therapie folgt einem strukturierten Ablauf in mehreren Phasen:

  1. Anamnese und Behandlungsplanung: Gemeinsame Zielsetzung und Auswahl der zu bearbeitenden Erinnerungen.
  2. Vorbereitung: Vermittlung von Stabilisierungstechniken.
  3. Desensibilisierung: Fokussierung auf das belastende Erlebnis bei gleichzeitiger bilateraler Stimulation.
  4. Installation: Stärkung positiver Überzeugungen.
  5. Körperscan: Überprüfung und Bearbeitung verbleibender körperlicher Reaktionen.
  6. Abschluss und Nachbesprechung: Sicherstellung der emotionalen Stabilität.

Für wen ist EMDR geeignet?

EMDR eignet sich besonders für Menschen mit:

  • Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS)
  • Angststörungen und Phobien
  • Depressionen
  • Chronischen Schmerzen
  • Selbstwertproblemen und belastenden Kindheitserfahrungen.

Wissenschaftliche Evidenz und Vorteile

Zahlreiche Studien belegen die Wirksamkeit von EMDR, insbesondere bei PTBS und Depressionen. Die Methode ist von internationalen Fachgesellschaften wie der WHO anerkannt. Vorteile sind die oft schnelle Symptomreduktion und die nachhaltige Integration traumatischer Erinnerungen.

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