Panikattacken – Was tun?

Panikattacken sind für Betroffene sehr unangenehm und können in Extremsituationen sogar Todesangst verursachen.
Während einer Panikattacke kommt es im Körper zu einer hohen Ausschüttung des Stresshormones Adrenalin. An und für sich ist das Stresshormon nichts Böses, denn in manchen akut gefährlichen Situationen ist es sehr hilfreich, wenn der Blutdruck steigt, das Herz schneller schlägt, besser durchblutet wird und die betroffene Person schnell reagieren kann, um mitunter eine lebensbedrohliche Situation abzuwenden.

Wenn Menschen mit Panikattacken konfrontiert werden, kommt es zu massiver Angst und einem stark ausgeprägtem Beklemmungsgefühl. Viele erzählen von dem Eindruck neben sich zu stehen und nicht fähig zu sein etwas zu tun. Kaltschweiß, Zittern, Herzrasen, Brustschmerz, Erstickungsgefühle und Schwindel können ebenso auftreten. Neben den zahlreichen körperlichen und emotionalen Belastungsfaktoren klagen Personen mit Panikattacken darunter, dass die Attacken unvorhersehbar und sichtlich ohne Grund auftauchen.

Ursachen von Panikattacken
Die Ursachen sind oft sehr vielfältig. Nicht selten kommen Sie bei Menschen vor, die grundsätzlich ängstlich sind, zu negativen Denkmustern neigen, unter einem hohen Stressniveau stehen oder in der Vergangenheit ein belastendes Ereignis erlebt haben. Es kann sein, dass eine betroffene Person über einen langen Zeitraum sehr viel arbeiten musste, mit Konflikten am Arbeitsplatz oder in der Partnerschaft konfrontiert wurde, ein traumatisches Ereignis (Unfall, Verlust) erlebt hat. Aber auch eine (objektiv) positive Erfahrung wie ein Jobwechsel oder die Geburt eines Kindes können Auslöser von Panikattacken sein.

Sehr oft kommt es vor der ersten Panikattacke zu Warnhinweisen, wie innere Unruhe, Herzklopfen und Schlafstörungen. Wenn dann die Anspannung ein gewisses Ausmaß erreicht hat, dann kann auch schon ein „banaler“ Grund, etwa die Fahrt in einer überfüllten U-Bahn, eine heftige Emotion eine Panikattacke auslösen.

Was tun gegen Panikattacken

Je früher Sie sich Hilfe holen, desto besser und schneller können Sie Ihre Panikattacken loswerden. Nachdem Sie medizinische Ursachen ausschließen konnten, nehmen Sie am besten eine kognitive Verhaltenstherapie in Anspruch. Die Wirksamkeit bei Panikstörungen sind hierbei wissenschaftlich fundiert. Meist sind schon nach einige Sitzungen spürbare und nachhaltige Besserungen merkbar. Im Rahmen der Psychotherapie geht es darum Belastungsfaktoren zu identifizieren die den Stresslevel erhöhen, und die Wahrscheinlichkeit von Panikattacken begünstigen. Auf körperlicher Ebene ist es sehr hilfreich Entspannungstechniken und Atemübungen zu erlernen. Auf emotionaler Ebene geht es darum, Gefühle zu erkennen, zu benennen und einen besseren Umgang damit zu erlernen. Auf kognitiver Ebene ist es förderlich dysfunktionale also negative Gedanken zu erkennen und alternative, hilfreiche Gedanken zu definieren. Darüber hinaus ist es wichtig neue Verhaltensweisen zu trainieren und auf sich zu achten. Das wäre zum Beispiel eigene hohe Ansprüche zu hinterfragen, sich mit seinen Versagensängsten auseinander zu setzen, und zu schauen, woher diese kommen. Danach gilt es mitunter zu lernen „Nein zu sagen“, seine eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen, und danach zu leben.

Tipp: Sollten Sie eine Angst in sich spüren, achten Sie auf eine tiefe Atmung, am besten in den Bauchraum. Erspüren Sie welche Emotionen neben der Angst/Panik noch vorhanden sind. Vielleicht sind da noch Wut und/oder Traurigkeit. Sollte dem so sein, achten Sie darauf in welchen Situationen Sie ähnliche Gefühle (Wut oder Traurigkeit) verspüren, um den Panikattacken auf die Spur zu kommen.

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